• Hongkong & Macau – 25. bis 28.12.2008

    28. Dezember 2008

     

     

     

    Da Janas Mutti und Bruder nun schon zum zweiten Mal in Shanghai waren, dachten wir uns, dass wir den beiden mal etwas mehr von China zeigen könnten, und haben uns für einen Kurztrip nach Hongkong entschieden. Wir waren ja schon da, uns hat’s richtig gut gefallen, also warum nicht noch einmal?

    Diesmal ging es über Shenzen, und dann mit dem Bus und der Bahn in die Stadt. Das war eine aufreibende Angelegenheit, da sich die Grenzstation als endlos lange Aneinanderreihung von Gebäuden erwies. Nach einigen Treppen und Kilometern waren wir dann aber doch im Zug, der uns sicher in die Stadt brachte. Da wir beim letzten Besuch nur Hongkong Island sahen, dachten wir uns diesmal, dass Kowloon eine gute Wahl wäre, um mal was anderes von der Stadt zu sehen. Nachdem wir das Hotel gefunden hatten, wurde aus diesem guten Vorsatz schnell eine böse Überraschung. Das „Hotel“ erwies sich als Absteige für alle möglichen Leute ungewisser Profession und Herkunft. Das wäre ja noch aktzeptabel gewesen, aber die Zimmer waren nicht das, was man uns bei der Buchung versprach. Keine Fenster, und der Geruch erinnerte mich frapant an den feuchten, dunklen Keller des 700 Jahre alten Hauses meiner seligen Großmutter im schönen Bautzen.Beim Betreten des „Bades“wurde ich schlagartig depressiv, da ich feststellen musste, dass die Kloschüssel selbst zum pinkeln zu hoch hing. Wir beschlossen, wider besseren Wissens, zu bleiben. Für jedes andere Zimmer in dieser Stadt, vor allem die mit einem Fenster, werden freche Preise verlangt. Da ist Geiz dann doch ein guter Ratgeber. Nachdem wir uns was für die Ohren kauften, war auch der unerträgliche Lärm aus dem Treppenhaus verschwunden. Gemütlicher wurde es dadurch aber trotzdem nicht.

    Der Rest des ersten Tages verlief ruhig. Nahrungssuche, Motivsuche, abendlicher Spaziergang am Wasser mit Lichtshow. Am nächsten Morgen zeitig raus, Frühstück organisieren und auf ging’s zum Shoppingmarathon. Jana brauchte dringend Schwangerschaftskostüme, und da waren wir in Hongkong genau richtig. Nachdem es fast Abend war, machten wir uns, bepackt mit Tüten und glücklich, dass sich alle Wünsche bezüglich Hosen, Oberteilen und sonstigem anpassungsfähigen Bekleidungsstücken erfüllt hatten, noch auf den Weg zum Peak. Das war schön, wie auch beim letzten Mal schon. Dann zurück, und hier verliert sich die brüchige Spur meiner Erinnerungen. Na ja, vielleicht gab’s da auch nichts weiter zu erinnern. Der nächste Tag sah eine Schiffsreise auf die sagenhafte Insel Macau vor. Das ließ sich leicht in die Tat umsetzen, und nach kurzer, ereignisloser Fahrt erreichten wir den Hafen von Macau. Der erste Eindruck blieb uns dann auch den ganzen Tag über erhalten – ein gesichtsloser Betonklotz am anderen. Und dabei dachten wir, das Macao, mit seinem alten portugisieschen Erbe, mehr zu bieten hat, als Hotelburgen und Casinos. Nichts da, nichts mehr übrig. Vielleicht waren wir auch am falschen Ende der Stadt, aber außer Menschen und ein paar künstlich wirkenden Altbauten gab es nichts. Wenn wir nicht im MGM gelandet wären, wäre auch dieser Tag nicht weiter erwähnenswert gewesen. Aber hier gab es ein großes Casino, und weil André ein kluges Bürschchen ist, wusste er auch, dass in einem Casino die Drinks bezahlbar und gut sind. Schließlich sollte man Spielern zumindest beim Genuß alkoholischer Getränke nicht auch noch das Gefühl geben, maßlos abgezockt zu werden. Dank Janas Spielerglück haben wir unseren Einsatz von 15 € am Roulettetisch verachtfachen können. Das hat leider unsere Spesen nicht decken können, aber wir hatten ein klein wenig das Gefühl, etwas von diesem Tag gerettet zu haben. Rückfahrt, böses Zimmer, gesichtsloser Schlaf.

     

    Der letzte Tag war mit Packen, Essen und der Fahrt zurück nach Shenzen verplant. Das ging alles recht unkompliziert. Wir waren trotzdem, nachdem wir gegen 22:00 Uhr zu Hause ankamen, total kaputt.

  • Neueste Kommentare

    • Matthias sagt...

      1

      Toller Trip! Aber ihr ärmsten hattet wirklich kein Glück, so wie es scheint. Mir hat Hongkong damals recht gut gefallen, hatte aber ziemlich Glück mit Hotel und so. Bis nach Macau hab ichs noch nicht geschafft. gruss mat

      01/5/09 12:50 AM | Comment Link