• Urlaubsbericht Neuseeland – 2. Woche

    25. Februar 2009

    02.02.2009 Montag

    Nach einem herzzerreißenden Abschied von Baden mit dem Versprechen, das nächste Mal mit unserer kleinen Maus vorbei zu kommen, ging es erst einmal mit der Autofähre übers Wasser, um diesmal Jana die Serpentinen zu ersparen. Erster Zwischenstop war Kawakawa – eine knapp 1.500 Einwohner große Ortschaft, die durch Toiletten berühmt wurde. Toiletten, fragt ihr euch vielleicht??? Genau, denn Friedensreich Hundertwasser lebte dort einige Jahre seines Lebens und gestaltete 1997 hier die öffentliche Toilette des Ortes. Dann stand uns eine längere Fahrt nach Karekare bevor – den Piano Beach. Der schwarze Sandstrand wurde 1993 über Nacht zum Star, als Jane Campion einige Szenen des Films „Das Piano“ gedreht hat. Wunderschön… Spontan entschlossen wir uns, noch weiter zu fahren um morgen nicht so eine lange STrecke vor uns zu haben. Gegen 8 erreichten wir schliesslich Hamilton, checkten in einem kleinen Motel ein und verbrachten den Abend vor dem Fernseher bei „Mit Herz und Hand“ (The world’s fastest Indian). Schöner Film mit einigen wenigen Szenen in Neuseeland.

    03.02.2009 Dienstag

    Dienstag Morgens fuhren wir die restliche Strecke nach Taupo an den Taupo See – Neuseelands größten See, wo wir gegen 10 Uhr ankamen. Eine nette Unterkunft „Cascades“ direkt am See war schnell gefunden und dann hieß es nach einem Sprung in den Pool erst einmal Wäsche waschen. Das felsige Flussbett des Taupo Sees verengt sich 3 km weiter nördlich von Taupo von einer anfänglichen Breite von 100 Metern auf einen nur 15 m breiten Canyon. Hier stürzen die berühmten Huka Falls, die wir am Nachmittag besuchen, mit Macht 11 m in die Tiefe. An der Klippe ist das Wasser hell, eisblau, laut und gewaltig. Direkt gegenüber liegen die „Craters of the Moon“ [dt. Mondkrater] – ein aktives geothermisches Feld, wo es überall im Boden brodelt, dampft und zischt. Abends kochen wir selber und gehen zeitig schlafen, denn der morgige Tag wird sehr anstrengend.

    04.02.2009 Mittwoch

    Diesmal geht es sehr früh raus, denn wir wollen in den Tongariro Nationalpark, um das berühmte Tongariro Crossing zu bewältigen, die beliebteste Wanderstrecke Neuseelands. Der Tongariro Crossing führt auf 17 km vorbei an einer unvergleichlichen Vulkanlandschaft, die einen in seinen Bann zieht. Nach unserer Ankunft am Parkplatz fragten wir noch einmal nach, wie das mit dem Rücktransport wäre. Dummerweise gibt es keine Möglichkeit, nach der Überquerung wieder zurück zum Auto zu kommen. Also blieb uns nur, bis hoch zum Gipfel zu klettern und dann den gleichen Weg wieder zurück zu nehmen. Bei kühlen, wolkenverhangenen Wetter ging es dann auch los. Anfänglich ein schöner Weg, der sich dann aber als kapriziöses Miststück entpuppte. Dies lag jedoch auch teilweise an unseer stümperhaften Vorbereigung. Man geht halt nicht in Turnschuhen ohne Windjacke oder andere wetterfeste Bekleidung auf einen 2000m hohen Vulkan. Naja, am Ende wurden wir mit einer spektakulären Aussicht auf den Red Crater und die Emerald Lakes belohnt. Die letzten 5km hatte Jana wirklich zu kämpfen, aber wir haben es geschafft – Sonnenbrand inklusive. Zurück nach Taupo, indisch essen und total erschöpft ins Bett.

    05.02.2009 Donnerstag

    Wieder früh raus und auf gings nach Rotorua, das ca. 1.5h von Taupo entfernt liegt und für seine heißen Schwefelquellen berühmt ist. An den eigentümlichen Geruch muss man sich erstmal gewöhnen… Nach kurzer Hotelsuche und einem kurzen Spaziergang durch die Stadt machten wir uns auf zum „Polynesian Spa“, um unseren geschundenen Körpfern eine Erholung in den 9 Thermalpools zu gönnen. 41°C Wassertemperatur hielten wir allerdings nicht lange aus und so machten wir uns nach 2h wieder aus dem Staub. Abendessen gab es in der Tutanekai Street – der Restaurantstrasse Rotorua’s – und danach erstanden wir endlich nach langer Suche in einem kleinen Weinladen alkoholfreien Sekt für Jana.

    06.02.2009 Freitag

    Ausschlafen, dann gings zum Pohutu Geysir. Spektakuläre Landschaft und wieder brodelt und zischt es überall. Das war so anstrengend, das wir danach erst einmal schlafen mussten. Den Nachmittag nutzten wir für einen Spaziergang durch die Stadt. Vorbei am Ohinemutu-Dorf – ein Maori-Dorf mit seiner schönen alten Holzkirche, zum botanischen Garten und dem alten Badehaus. Nach einem leckeren Softeis fielen wir wieder todmüde ins Bett.

    07.02.2009 Samstag

    Wieder früh raus, da wir in den Wai-O-Tapu Thermalquellenpark wollten, um vor allem den Lady Knox Geysir zu bewundern, der jeden Tag um 10:15 mit Waschpulver künstlich ausgelöst wird. Dann eine kurze Toiur durch den Park und spontan strichen wir Waimangu Waimangu von unserer Liste, denn nun hatten wir genug von Geysiren. Statt dessen fuhren wir an den Blue Lake und den Green Lake. Sehr reizvolle Landschaft. Nach 2 Stunden Entspannung überkam uns die Sehnsucht nach einem weiteren leckeren Softeise und nach einem letzten Abendessen in Rotorua machten wir uns ans packen, denn morgen sollte es weiter an die Ostküste gehen.

    08.02.2009 Sonntag

    Mist, schon wieder verschlafen, dabei haben wir doch heute eine lange Strecke vor uns. Aber dank André’s hervorragenden Fahrkünsten erreichten wir trotzdem nach nur 2.5h Fahrt die erste Etappe: Napier. Napier gilt als eine der besterhaltendsten Art-Deco-Städte weltweit. Nachdem einem Erdbeben 1931 die Stadt komplett zerstörte, wurde sie komplett im Art-Deco Stil wieder aufgebaut. Es sollte eine Botschaft an die Menschen sein: Lasst uns eine neue Epoche beginnen. Wir haben uns auf Anhieb in dieses kleine gemütliche Städtchen verliebt und wären gern noch länger durch die Strassen geschlendert, aber nach einem Mittagessen in der Fussgängerzone mussten wir uns schon wieder auf den Weg machen. Weiter ging es Richtung Norden an der Küste des Pazifischen Ozeans zum Eastcape. Nach einem atemberaubenden Zwischenstop an einer Steilküste, die einfach perfekter nicht hätte sein können, kamen wir schliesslich gegen halb 6 in Tokumaru Bay an, wo wir uns in „Brian’s Place“ einquartierten. Auf Brians Empfehlung unternahmen wir einen Strandspaziergang zur Taverne, genossen leckere Burger zum Abendessen und liessen den Abend schliesslich auf Brian’s Terasse begleitet von Meeresrauschen ausklingen. Satt, zufrieden und glücklich schliefen wir ein. Perfekter kann das Leben kaum sein…

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