• Hausrausch

    12. Januar 2010

    Einleitend erst mal eine große Entschuldigung, dass wir eure Mails so nachlässig beantworten. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, haben wir im Moment allerhand um die Ohren – da fällt die eine oder andere Antwort mal hinten runter. Wir versprechen, dass sich das ändern wird und freuen uns weiterhin auf eure rege Teilnahme an unseren Abenteuern hier.

    Nachdem wir ja nun 3 Wochen verzweifelt nach einer Bleibe gesucht haben – immerhin haben wir uns 30 Wohnungen und Häuser angesehen, haben wir nun endlich unser perfektes Heim gefunden. Mal abgesehen davon, dass wir nun in einem Vulkankrater leben, geht es uns blendend. Aber erst mal zu den unwesentlichen Einzelheiten.

    Wir hatten ja eine möbilierte Wohnung gemietet, in der wir drei Wochen bleiben durften. In dieser Zeit haben wir natürlich intensiv nach einem Nachfolgedach gesucht, hatten aber bei der Projektplanung nicht berücksichtigt, dass ja Weihnachten und Neujahr auch in diesem Jahr wieder im Dezember stattfinden. Das resultierte dann ganz einfach in der Tatsache, dass wir kein Schwein ans Telefon bekamen. Nachdem die Festivitäten abgeschlossen waren, erreichten wir auch nach und nach wieder ein paar der Immobilienmakler und Privatiers, waren aber erstaunt, wie viele andere Immigranten dies auch taten. So stapften wir dann tapfer und immer mutloser mit vielen anderen durch viele Räume und fragten uns immer häufiger, ob wir das überhaupt hinkriegen. Zum Einen war die potentielle Wohnung/Haus in denkbar schlechtem Zustand (kein Kamin, kein Pool, zu viele Nachbarn usw. usf.), zum Anderen waren Anbindung oder Lage einfach doof.

    Nach einigen Projektoptimierungsversuchen waren wir dann auch so weit, dass wir z. Bsp. erst die Locations prüften und dann Termine mit den Maklern machten. Das hat die Zahl der möglichen Kandidaten zwar erheblich reduziert, dafür aber mehr Spaß gemacht, da wir nur noch Termine machten, wenn sich das auch dem äußeren Anschein nach lohnte. Wie auch immer, wir schafften es dann Ende letzter Woche, 2 Besichtigungstermine für 2 Häuser zu vereinbaren, die uns sehr gut gefielen.  Da wir nur noch wenige Tage Zeit hatten, um eine Bleibe zu finden, waren wir angehalten, über kleine Macken hinwegzusehen. Das war gar nicht nötig, wie wir dann feststellten.

    Glücklicherweise gab es für beide Häuser keine weiteren Interessenten, so dass wir sofort in den Mieterbewertungsendausscheid gerieten. Das läuft hier so: Potentieller Mieter füllt Antrag aus, der dann zügig bearbeitet wird. Schlecht, wenn es Freitag ist, da dann eine Bearbeitung erst am Montag stattfindet. Wichtig war hier, Referenzen zu haben. Je mahr, desto besser. Das können Freunde sein, Chefs oder einfach ehemalige Vermieter. Die werden dann von den Maklern angerufen, damit die sich ein Bild über die Mieterpersönlichkeit machen können.

    Dumm war nur, dass eine Maklerin versuchte, unsere Vermieterin in Shanghai zu erreichen. Sie hat’s auch geschafft, aber das alleine hat 2 Tage gedauert. Jedenfalls hatten wir ausgezeichnete Referenzen, nur leider waren dann die Vermieter der Häuser – allesamt in Hongkong ansässig, nicht erreichbar. Ihr könnt euch vorstellen, dass das kein Spaß mehr war, zumal wir bis Montag morgen aus der angemieteten Wohnung ausziehen mussten. So kam es dann auch. Wir packten noch die letzten Sachen zusammen, um uns auf den Weg in eine ungewisse Zukunft als Obdachlose, in Neuseeland gestrandete Deutsche zu machen, als der rettende Anruf der Maklerin des Hauses im Norden der Stadt kam. Da war erst mal die Freude groß, und wurde größer, nachdem wir dann alles unterschrieben hatten und die Schlüssel bekamen.

    Nun sind wir seit gestern mit auspacken und orientieren beschäftigt, und das macht endlich mal wieder Spaß. Nicht zu vergessen, dass wir mit Unterstützung von Wencke und Christian zu einem Bett kamen, einem Kühlschrank und Stühlen und einem Tisch. Danke! Töpfe und andere lebenswichtige Utensilien wurden von Claudia und Marcus gestiftet. Danke! Wir haben also einen einigermaßen ausgestatteten Haushalt und fühlen uns mit jeder Stunde wohler hier. Jetzt können wir uns erst mal zurücklehnen und uns dem Thema Geldbeschaffungsmaßnahmen widmen. Das wird sicher auch noch spannend, kann aber auch noch etwas warten.

    Ganz vergessen dürfen wir auch unser Fahrzeug nicht, dass wir noch Ende letzter Woche erstanden haben – einen 96er Subaru Legacy GT. Fett und laut, aber billig. Jana fährt nun auch endlich gerne Auto. Beim Beschleunigen hat sie besonders Spaß, allerdings nervt sie das Tankflugzeug, welches ständig in der Nähe kreisen muss, um den durstigen kleinen Rennwagen mit Sprit zu versorgen.

  • Neueste Kommentare

    • Daniel&Bentje&Beke&Jana sagt...

      1

      Guten Tag nach Neuseeland und herzlichen Glückwunsch und viel Spaß und Freude in Eurem neuen Domizil. So am Ende eines langen Tages einen so unterhaltsamen, aufregenden, lustigen und glücklich ausgehenden Beitrag zu lesen, Danke dafür! Besonders das Tankflugzeug hat mich erfreut.
      Seid umarmt und weiterhin Glück von den Cottbusern

      01/15/10 7:24 AM | Comment Link

    • Asti sagt...

      2

      Hallo ihr lieben,

      wann gibts denn mal Bilder vom Haus zu sehen… wir wollen doch auf dem lauenden bleiben!

      He, und Euer Wagen ist gleiches Geburtsjahr wie unser kleiner Mazda 🙂

      liebe Grüße aus Dresden von Asti und Enno

      02/18/10 6:46 AM | Comment Link