• HIER SPRICHT CARA

    Lilypie 6. - 18. Ticker

    05.07.2011

    Hi Folks! Da habe ich mich schon wieder 3 Monate nicht zu Wort gemeldet, und keiner hat’s gemerkt (außer Mama). Na ja, ich habe eben andere Verpflichtungen als meiner Schreibpflicht nachzukommen. Und so viel ist ja auch nicht passiert in 3 Monaten. Keine neuen Zähne, Haare wachsen auch nicht wirklich und wir wohnen auch immer noch im gleichen Land. Aber sprechen kann ich jetzt, und singen – aber nur wenn keiner zuhört. Das ist mein Geheimnis, ist aber wohl eher meiner Schüchternheit und meinem Respekt für meine unglaubliche Begabtheit geschuldet. Ich kann auch schon deutsch von englisch unterscheiden, meide aber die harte deutsche Aussprache des Buchstabens R. Da kommt dann wieder meine chinesiche Herkunft durch, da ich alle R’s durch ein L ersetze. Sehr zur Freude meiner Eltern. Motorisch bin ich auch vorwärtsgekommen. Ich kann jetzt eine Vorwärtsrolle machen, hüpfen, und Bälle zielgenau werfen.

    Ja, was haben wir so erlebt in 3 Monaten?

    Opa war da. Das war schön, auch wenn er wenig Zeit für mich mitgebracht hat. Er hat sich gleich nach seiner Ankunft aus dem Staub gemacht, um den wilden Süden zu erkunden. Wir haben uns dann noch kurz in Wellington getroffen und schon war er wieder weg. Ihm hat’s sehr gefallen. Oma war ganze drei Wochen hier und hat jede freie Sekunde mit mir verbracht. So habe ich endlich gelernt, auf’s Klo zu gehen und meinem deutsch hat es auch gutgetan. Mama und Papa haben regelmäßig aus der eigenen Küche zu essen bekommen und haben sich ihrerseits mit einem beständigen Strom an leckeren Alkoholika bei Oma bedankt. Klingt schlimmer als es am Ende war, aber jetzt trinken die beiden erst mal gar nicht mehr. Ich mag vielleciht klein sein, aber ich kenne mich schon aus.

    Mama hat ja im Februar einen neuen Job angefangen, was dazu führte, das ich meinen Kindergarten wechseln musste. Sehr zu meinem Glück, aber auch dem meiner Eltern. Die machen da ganz tolle Sachen mit uns und wir haben einen großen Spielplatz mit Klettergerüsten und einem super Sandkasten. Das macht mir, wenn es das Wetter zulässt, am meisten Spaß. Wir malen viel, beschmieren uns von oben bis unten mit Farbe und sind ein super Team aus lauter kleinen Rotzlöffeln. Meine Mama bringt mich morgens hin, und Abends holt sie mich wieder ab. Vor ein paar Wochen hat das Papa übernehmen müssen, da Mama nach Singapur musste. Das hat auch super geklappt, da Papa sehr organisiert sein kann, wenn es drauf ankommt.

    Ich bin jetzt ein begeisterter Zugfahrer geworden. Das liegt an Mama, da sie eine große Liebe für Dampfeisenbahnen entwickelt hat, seit wir hier in Neuseeland leben. Wir waren jetzt schon 4 Mal Eisenbahn fahren, drei mal davon mit der gleichen Bahn, und letztes Wochenende mal mit einer anderen. Die fuhr mitten auf der Hauptstraße, das hat mich sehr beeindruckt.

    Leider ist das Wetter im Moment nicht so prall, deshalb gehen wir nicht mehr so viel spazieren oder wandern. Aber jetzt kommt’s richtig dicke. Am Samstag fliegen wir nach Pule‘anga Fakatu’i ‘o Tonga, kurz Tonga, für einen einwöchigen Urlaub. Die haben da ganz viele Buckelwale, ein Hotel und einen Strand. Das ist nämlich alles ganz klein da. Aber das Wetter ist schön und ich freue mich auf’s Sandburgen bauen. Drückt mir die Daumen, dass die da einen passenden Wetsuit für mich haben. Will die Riesen schließlich auch mal sehen.

    Bilder folgen noch und bis denne! Ciao, Eure Cara

    11.03.2011

    Hallo Freunde,

    Opa kommt heut an und da muss ich mich noch ein bisschen schick machen, deshalb hier nur schnell endlich ein paar Fotos aus  den letzten Monaten. Viel Spass damit und bis in Kürze.

    Eure Cara

    03.02.2011

    Hi Mates! Nach sagenhaften 12 Monaten des Schweigens möchte ich mal wieder ein kräftiges Hello! in die unendlichen Universen des Internets schmettern. Ihr habt euch aber auch Zeit gelassen mit euren Huldigungen, und ja, mein Kalender war voll wie bisher noch nicht. Ich bin nun aber auch schon etwas gewachsen, und habe gelernt, meine Tage besser zu planen. Wo fangen wir denn am Besten an? Ich will euch mal erzählen, was ich mir zu Weihnachten gewünscht habe, und was es am Ende wurde. Also, hier kommt die Liste mit interessanten und begehrenswerten Geschenken:

    1. Puppe mit Pullerfunktion, MP3-Player, Internetanschluss und Webcam
    2. Roboterpuppe, die auf den Namen „Scramjet“ hört, die mir mein Essen bringt, nachts die Milch und wenn ich mal muss, das mobile Klo
    3. Fancy Puppe mit nachwachsender Rückenbehaarung (Typ „Italian Lover“), Sonnenbrille und Sonnenstudiofunktion für den Teint
    4. Barbie Boxenluder und Ken Schumacher mit dazugehöriger Boxengasse

    Nun, was soll’s? Ich renne jetzt mit Kiki durch die Gegend. Die hat strohgelbe Wollhaare und ist auch sonst technisch ein wenig (ca. 100 Jahre) unterentwickelt. Was denken sich meine Alten denn dabei? Immerhin war man bereit, mir auch noch einen Buggy zuzugestehen. Der ist schon etwas weiter entwickelt als Kiki, hat aber nicht mal Xenonbeleuchtung (wie Papas Auto). Ich habe Kiki trotzdem lieb, werde aber in diesem Jahr auf einer der vier Optionen bestehen.

    Es gibt so viel zu erzählen, dass ich wirklich nicht weiß, wo ich a) weitermachen soll, und b) ob euch das wirklich alles interessiert. Da ich ein Mädchen bin, kann ich mich sowieso nicht entscheiden, wo ich anfangen soll, und eure Interessen verwirren mich nur. Also folge ich Papas Rat und versuche mal, das Ganze chronologisch anzugehen. Das letzte Jahr ist ja nun schon vorbei, aber ich will auch trotzdem nicht ersparen, was sich so ereignet hat.

    Mama hat mir erzählt, das es im Februar schön warm war und wir unseren ersten Besuch (Tobi und Andrea) aus Deutschland hatten. Ich persönlich habe an diese Zeit keinerlei Erinnerungen die erwähnenswert sind. Das ist schlimm mit den Gedächtnislücken, aber wie ich gehört habe, ganz normal in meinem Alter. Im März war dann richtig was los, da Oma endlich zu Besuch war. Das war eine große Freude, aber ich konnte mich beim besten Willen nicht daran erinnern, wer diese große, freundliche Frau eigentlich ist. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und sind ausgiebig herumgereist. Aber auch hier habe ich Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis. Immer wenn mich meine Eltern jetzt fragen, wer Oma ist, zeige ich auf den Computer, da Oma da immer anruft, um mit uns zu quatschen. Ja, ja, so haben sich die Zeiten geändert…

    Im März habe ich dann fleißig an meinen Zähnen gearbeitet, was dazu führte, dass neben den Schlafproblemen meiner Eltern auch mein Haarwuchs zu leiden hatte. Das ist wirklich ein leidiges Thema mit den Haaren. Ich bin bald 2, und immer noch keine Besserung in Sicht. Es ist zwar schon etwas passiert, aber eben nur etwas. Meine Haare erinnern eher an Draht, und auch der wächst nur spärlich an einigen Stellen. Immerhin auf meinem Kopf. Das habe ich wirklich nicht verdient, zumal ich herausfinden musste, dass Haarbürsten – und ich LIEBE Haarbürsten, nicht zum Zähne putzen sind, sondern zum kämmen. Aber ich kann mir mit meiner Zahnbürste prima die Haare kämmen. Na ja, es gab zum Trost ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk von Oma. Ein Schaukelpferd, auf dem ich auch heute noch gerne sitze und herumreite. Nur mit dem Unterschied, dass ich im März noch nicht selber drauf steigen konnte. Das sollte noch ein paar Monate dauern. Der April war ein spannender Monat, da wir die ganze Zeit in einem Campervan auf der Südinsel unterwegs waren. Ihr würdet nicht glauben, was meine Eltern alles gemacht haben, aber die Härte war der Hubschrauberflug. Ich habe ja schon einiges erlebt, aber das hat mir glatt die Sprache verschlagen. Total bekloppt, und so langweilig, dass ich eingeschlafen bin. So ging das dann weiter bis zu dem Tag, als ich das erste Mal in den Kindergarten musste. Das war im Juli, und bitte fragt nicht, was zwischen April und Juli passiert ist. Keine Ahnung… Kindergarten ist cool, und um ehrlich zu sein, eine echte Erholung für mich. Ich habe Mama und Papa ja wirklich lieb, aber Kindergarten ist wie Urlaub machen. Alle lieben mich, und ich komme endlich mal dazu, ohne Ermahnungen ununterbrochen Unsinn zu machen.

    Na ja, es kam, wie es kommen musste. Im Dezember haben wir mal wieder eine längere Reise unternommen und sind in die Heimat meiner Eltern geflogen. Das war o.k., aber es war kalt, und keiner hat mich seelisch auf die Schneeerfahrung vorbereitet. Was für ein komisches Zeug! Und dann meine Eltern. Die wollten mich immerzu in einen Schlitten setzen, aber das macht ja nun gar keinen Spaß. Manchmal war es anstrengend. Die vielen Klamotten, die vielen Leute, und jeder wollte immer nur knutschen. Aber mein Schneeanzug war oberscharf. Für den würde ich sofort wieder nach Deutschland fliegen. Es war aber trotz der Kälte und dem fehlenden Sonnenschein schön. Oma war da, und Opa, und Uroma und ein ganzer Haufen netter Leute. Ich habe Wiebke in Nürnberg wiedergesehen (und Oma’s Einkaufskorb dagelassen), meine Tanten, die Cousinen und einen Cousin in Edersleben. Aber eigentlich habe ich die ganze Zeit nur geschlafen, bin mal aufgewacht, habe mich nicht gewundert, und bin wieder eingeschlafen.

    So, für heute reicht’s mir. Hoffen wir mal, dass euch die Bilder (schaffe ich heute nicht mehr, weil ich mich wieder mal nicht entscheiden kann) gefallen. Wie ihr wisst, könnt ihr mit Komplimenten viel erreichen. Also her mit den Huldigungen, und ihr werdet bald wieder von mir hören. Bis dann und no worries (mein english ist übrigens besser als mein deutsch). Liebe Grüße aus dem Land der langen weißen Wolke, eure Cara.

    07.02.2010

    Ich muss jetzt mal meiner Verärgerung Luft machen, dennn ich bin stinksauer!!! Warum? Immer wieder rufen liebe Verwandte und Freunde bei uns an und berichten, dass sie sich mal wieder auf unserer Webseite umgeschaut haben und was für ein „wonniges“, „strammes“ oder „kräftiges“ Kind ich doch bin. Also mit anderen Worten wollen sie wohl sagen, das ich ganz schön dick bin! Frechheit, oder? Die haben wohl keine Ahnung, was für psychische Schäden das bei mir anrichten kann. Ich geh jetzt jedenfalls in Streik und werde hier vorerst keine Bilder von mir veröffentlichen, bis ich nicht mindestens 10 Einträge im Gästebuch voller Huldigungen und Bestätigungen über meine Schönheit und Schlankheit finde. Vielleicht baut das mein zerstörtes Selbstbewußtsein wieder auf. Um das am Rande mal zu erwähnen – ich kriege nicht genug zu essen! Wenn ihr wüsstet, wie ich hungern muss. Wenn ich morgens aufwache, habe ich solchen Hunger, dass ich erst einmal an meinem Bett nagen muss, um mit etwas Holz und Farbe den größten Hunger zu stillen. Mein Vater macht auch noch Witze darüber und schrieb seiner Schwester kürzlich, dass es in meinem Kinderzimmer aussieht, wie in einem rumänisches Kinderheim. Er ist eben ein schrecklich zynischer Mann, hoffe, dass ich nicht nach ihm komme. Leider sprechen die Babybilder eine andere Sprache. Keine Haare, ein unglaublich sympathisches Grinsen und nur Flausen im Kopf. Ich sehe aus wie er! Immerhin habe ich noch alle meine vier Zähne – lol!

    Mein strapaziertes Ego hält mich aber nicht davon ab, enorme Fortschritte auf dem Weg zum Homo erectus zu machen, denn ich habe es immerhin schon geschafft, mich selber in aufrechte Position zu ziehen und stehen zu bleiben. Davon gibts natürlich auch Beweisefotos aber wie gesagt – keine Bilder, wenn ihr nicht endlich anfangt, der Thronfolgerin gebührend zu huldigen. Jetzt seid ihr mal dran! Ich bin weder fett, noch gut genährt, noch bin ich „niedlich“! Nein, ich bin arm dran und hilflos meinen verrückten Eltern ausgeliefert, die ständig mit mir in der Gegend rumfahren um mir Strände oder tödlich-romantische Wasserfälle zu zeigen. Keine Sau will so was sehen! Ich will krabbeln, aber wie soll das bitte an einem Strand funktionieren? Weicher Sand, der dazu noch zum essen einlädt, ist nicht gerade eine gute Voraussetzung, meine motorischen Fähigkeiten zu strapazieren. Und ein Wasserfall erst, da schweige ich lieber drüber. Kurz und gut – die Alten geraten in ekstatisches Frohlocken beim Anblick einer Blüte, ich will sie einfach nur essen. So sieht’s aus in meinem Leben. Trostlos, oder?

    Warum hat die Natur es eigentlich so eingerichtet, dass die interessanten Sachen alle hart sind? Ich stoße mir ständig den Kopf, kürzlich hatte ich sogar ein blaues Auge. Dann müssen wir immer zu Hause bleiben, da meine Alten ja sonst Ärger kriegen und vielleicht sogar ausgewiesen werden. Ich bin ja jetzt ein Immigrantenbaby, und da muss man besonders aufpassen. Aber wie stellt man das an? Ein Helm wäre eine Möglichkeit, aber wenn wir einen Helm in meiner Größe finden, ist es immer noch ein Problem, weil der Kauf eines Helmes für ein 8 Monate altes Baby an sich schon verdächtig wirkt, oder? Mumifizierung und fesseln helfen nicht, ich bin extrem geschickt im lösen aller möglich Verbindungen. Mir ist nichts heilig, und so wie es aussieht, werde ich wohl mal Ingenieur. Auch wenn mir noch sämtliche kognitiven Hirnfunktionen  abgehen, schaffe ich es immer wieder, selbst die kompliziertesten Gegenstände unter Aufbringung all meines Sabbers auseinanderfallen zu lassen. Genetische Intelligenz existiert, und ich bin der sabbernde Beweis!

    Jauchzende Eltern sind ein schöner Anblick. Ich schaffe das spielend, da auch mein Repertoire an Babysprache beständig wächst. Beim Essen gibt’s „Mam mam“, und beim verträumten rumkauen auf allem, was sich auf dem Fußboden findet, lasse ich mich zu einem beständigen „Ba ba ba ba“ hinreißen. Meine Mantras! Das ich nun endlich sitze, muss ich hier eigentlich nicht mehr erwähnen, aber ich klatsche nun auch, und kann auf Kommando winken. Und nächste Woche darf ich endlich in die Krabbelgruppe. Da freue ich mich sehr drauf, da die anderen Kinder immer so viel Spielzeug dabeihaben, auf dem es sich prima rumkauen lässt. Das schöne am Zahnen ist ja auch der viele Sabber. Clever wie ich bin, pumpe ich alles voll mit meinem Sabber, und dann will’s keiner mehr. Schon wieder – genetische Intelligenz! Allerdings fällt mir hier nun zum ersten Mal auf, dass das viel mit Sabber zu tun hat… Na ja, sei’s drum, ist mein Sabber halt schlau, und nicht ich.

    So, dann huldigt mal, und ich lasse mich dann wieder mal herab, das eine oder andere Foto meiner Herrlichkeit zu präsentieren. Fangt schon an, na los, etwas schneller bitte, bitte, bitte…

    07.01.2010

    Hey Fans, ihr glaub gar nicht, wie anstrengend so ein Jet-Set-Leben sein kann. Ich brauch auch bald einen Blackberry, um da noch mitzukommen und meine Termine festzuhalten. Die letzten 4 Wochen hatten es echt in sich. Erst ziehen wir in so eine komische Wohnung in Shanghai um, in der der Geräuschpegel aber wesentlich geringer war, so dass ich endlich mal wieder zur Freude meiner Eltenr durchschlafen konnte und kaum hab ich mich heimisch eingerichtet, heißt es schon wieder packen. Mama und Papa haben diesmal dem langen Flug ziemlich entspannt entgegen gesehen, da ich das letzte Mal ja so brav war. Gut so, denn wenn sie gewußt hätten, wie der verläuft, hätten sie schon Wochen vorher Angstschweiß auf der Stirn gehabt hihi. Nein, ganz so schlimm war es nicht, aber bei so vielen Veränderungen kann man doch nun wirklich nicht erwarten, dass ich artig 10 Stunden schlafe und die ganze Action verpasse. Nicht mit mir. Ich wollte was sehen und rumgetragen werden, auch wenn ich vor Müdigkeit die Augen kaum offen halten konnte. Zwischendurch hab ich dann doch mal kapituliert, aber dann haben die Stewardessen wie abgesprochen, schnell das Licht angemacht und Essen oder Getränke serviert und dann war ich auch gleich wieder fit.

    Tja und dann war da schon wieder ein neue Wohnung in einer neuen Stadt und einem neuen Land. Mama und Papa wollten es mir etwas leichter machen und haben schon vorher ein schickes neues Bettchen und endlich meinen eigenen Stuhl besorgt und den find ich ja auch echt klasse. Aber es hat trotzdem nicht viel geholfen, die ganze Umstellung zu verkraften. Am zweiten Tag hab ich ganz schrecklichen Durchfall, Erbrechen und Fieber bekommen und Mama war fast ausser sich vor Sorge. Das war echt keine schöne Zeit und hat uns den Einstieg in das Kiwileben ein bisschen erschwert. Aber dank der fürsorglichen Pflege meiner wundervollen Eltern – muss ich auch mal sagen, wo ich sonst immer so viel meckere – ging es mir bald besser.

    Nachdem ich meine kleine Magenverstimmung kuriert habee,  konnte ich dann auch schon mal Wencke und Christian treffen, die auch bald Papa und Mama werden. Mit den Beiden und zwei weiteren Freunden haben wir dann auch Weihnachten gefeiert, und ich hab mein erstes Weihnachtsgeschenk bekommen – einen coolen Swimsuit. Damit gehe ich dann nächste Woche am Omaha Beach schnorcheln, falls meine Eltern es schaffen, mir noch Schnorchelequipment zu organisieren. Wenn nicht, bin ich bockig. Das kann ich nämlich schon gut. Schnute ziehen klappt auch hervorragend, um zu bekommen, was ich will. Was erwarten die denn? Das ich immer brav bin? Nein! Ich habe schon jetzt meinen eigenen Kopf.

    Hab ich schon von meinen tollen Zähnen berichtet? Falls ja, auch egal. Ich bin begeistert! Ich habe zwei untere Schneidezähne, die ganz süß strahlen, wenn ich lache. Dummerweise haben die nicht ausgereicht, um mal was von der leckeren Ente zu probieren, die Claudia und Marcus am 2. Weihnachtsfeiertag für uns gekocht haben und so musste mich mit dem doofen Brei begnügen. Aber pünktlich zum neuen Jahr haben sich nun die beiden oberen Schneidezähne angekündigt und jetzt geht es hoffenltich bald auf zu neuen kulinarischen Genüssen.
    Leider ist unsere Wohnung ein bisschen beengt und wir teilen uns das winzige Schlafzimmer zu Dritt und das stört doch ein bisschen meinen Schönheitsschlaf. Dazu kam ein Schnupfen, den ich mir jetzt auch noch zugezogen habe, meine Zahnschmerzen nerven und ständig fahren wir hierhin und dorthin, um eine Wohnung zu finden. Ich will endlich mal Ruhe und Entspannung!

    Trotz Stress habe ich meinen Humor noch behalten und lache wie bekloppt: Morgens, mittags und abends und wenn ich genug Schlaf kriege, auch mal zwischendurch.

    Jeztt habe ich Mama und Papa dazu verdonnert, im Wohnzimmer zu schlafen, damit ich meine Ruhe habe und kann jetzt endlich auch wieder entspannt 12 Stunde durchschlafen. Mit so viel Energie konnte ich auch neue Projekte erfolgreich angehen und habe jetzt endlich den Krabblestatus erreicht. Das geht ja soviel einfacher und schneller als das Robben. Mama und Papa kommen gar nicht mehr zur Ruhe, weil ich immer wieder davon krabble, um neue Welten zu entdecken. Besonders Schuhe und Füsse finde ich im Moment ganz faszinierend, aber meine Eltern finden das irgendwie nicht so toll und schimpfen immer, wenn ich auf Papa’s Latschen rumkaue.

    Ihr seht, ich habe es nicht leicht, aber klasse ist, meinen Papa den ganzen Tag um mich rum zu haben. Der weiß jetzt auch, was es heißt, Vollzeitpapi für einen Wirbelwind wie mich zu sein, aber wir haben richtig viel Spass zusammen und Papa vergöttert mich. Eine kleine Labertasche bin ich sowieso und jetzt habe ich neue Laute ausprobiert: baba, mama, wawa und gege sind eine Kleinigkeit für mich, aber irgendwie wissen die Erwachsenen noch nicht so richtig was damit anzufangen. Naja, ich muss wohl noch an meiner Aussprache arbeiten.

    Trotz dem ganzen Stress gefällt es mir echt gut im Kiwiland. Es ist so ruhig und grün hier und ich werde nicht ständig angefasst. Wir machen viele Ausflüge, das Meer ist echt toll und ich freue mich auf viele neue Abenteuer.

    So, Ihr Lieben, ich mach mich jetzt wieder auf ins Land der Träume und werd mich von all den Strapazen und Aufregungen erholen. Bleibt mir treu und ich freu mich immer riesig über einen Fanbrief im Gästebuch. Bis bald ihr Lieben.

    Eure Cara

    16.12.2009

    Hallo Fans, ich bin mal wieder im Stress und melde mich nur kurz. Ja, ich bin immer noch in China, alleine hinsetzten kann ich mich immer noch nicht und wirklich krabblen kann ich auch nicht, aber ich komme etwas schneller vorwärts,  komme in den Vierfüsslerstand und hab auch sonst richtig viel Spass, wie ihr in den beiden Videos sehen könnt.

    Stellt sicherheitshalber den Ton etwas leiser, denn ich kann schon ordentlich Krach machen.

    25.11.2009

    Aus aktuellem Anlass melde ich mich doch noch mal aus China: heute habe ich endlich rausgefunden, wie das so mit der Fortbewegung funktioniert. Weit bin ich nicht gekommen, aber mit ein bisschen Übung robbe ich in ein paar Tagen durch die Wohnung. Mama und Papa: versteckt alles, was kaputt gehen kann, denn jetzt lege ich so richtig los. Hier mal zur Abwechslung ein Video von meiner Meisterleistung, da das Hochladen von Bildern immer noch nicht funktioniert.

    10.11.2009

    Meine Güte, wie die Zeit vergeht. Nächste Woche tummel ich mich schon ein halbes Jahr auf diesem Planeten! Und es hat sich allerhand getan in meinem Leben. Wer meine Eltern kennt, weiß dass es bei uns nie wirklich ruhig zugeht, deshalb musstet ihr euch auch wieder einmal lange über eine Nachricht von mir gedulden, aber hier jetzt endlich ein Rückblick über die letzten beiden Monate.

    Erinnerungen an den 5. Monat

    Na Leute, das war mal ein Monat… Die Dinge um mich herum werden immer klarer, und ich erkenne jetzt auch Sachen wieder. Mein Spielzeug zum Beispiel, und meinen gutaussehenden Vater. Mama sowieso. Dann habe ich sogar schon ein paar Nächte durchgeschlafen, bis es dann dahin ging, woher meine Eltern kommen. Ich habe nicht wirklich was vom Flug mitbekommen, da ich meist geschlafen habe. Sehr zur Erleichterung meiner Eltern natürlich. In Deutschland war es sehr schön, aber auch sehr kalt. Ich habe mich über ein Wiedersehen mit meiner klasse Oma gefreut, aber auch über all die anderen Leute, die ich zum erstenmal getroffen habe. Ich war in Berlin, Cottbus, Dresden und in Edersleben und wurde von so vielen Armen durch die Gegend getragen, dass ich aufgehört hab zu zählen. Echt toll, wie viele Cousins und Cousinen, Onkel und Tanten ich habe, die verrückt nach mir sind.

    Reisen macht Spaß, aber ab und an müsste man auch mal ne längere Pause einlegen. Ich befürchte, das Leben mit meinen Eltern wird eine Dauerreise… Geschlafen habe ich jedenfalls nicht gut und leider habe ich mir auch meine erste richtige Erkältung weggeholt. Nicht so schön… Na ja, nachdem wir zurück waren habe ich die Großen erst einmal 7 Tage jede Nacht so richtig auf Trab gehalten. Jetlag! Kann ja keiner wissen. Aber wir sind jetzt alle wieder gesund und munter, und ich kann mich volle Kanne auf’s Wachsen und grinsen konzentrieren. Das Rollen vom Bauch auf den Rücken fällt mir immer leichter, und ich habe vor, im nächsten Monat sitzen zu können. Herausforderungen sind wichtig!

    Erinnerungen an den 6. Monat

    Brei schmeckt lecker! Zu jeder Tageszeit. Mama rationiert, aber ich gebe mein Bestes, alles aus dem Zeug rauszuholen. Mittags alles mit Möhren und Kartoffeln, Abends gibt’s Milchbrei, das ist viel schöner, als das andere Zeug. Jetzt kann ich endlich mit meinem Essen spielen! Ich konnte es ja selbst nicht glauben, aber ich habe die ersten Zähnchen entdeckt. Es gibt leider noch keine Bilder, aber sie sind da! Jetzt geht’s los – die ersten Vorbereitungen für meine erste Dönermahlzeit laufen also. Ich rolle nun in alle Richtungen, zum Verdruß, aber auch zur Freude meiner Eltern. Ich weiß nicht, was die haben, aber ich wachse ihnen wohl zu schnell. Rollen heißt ja auch, dahin zu kommen, wo man hin will. Das macht Spaß, allerdings klappt’s mit der richtigen Richtung noch nicht so. Es ist nun auch klar, dass ich mal eine große Konzertpianistin werde, da ich Musik über alles liebe. Ich hab sogar schon ein Klavier. Hat zwar nur vier Tasten, aber macht gut Krach! Ich kann auch Krach machen – mit meinem gewaltigen Stimmchen, und ohne zu weinen, einfach so, weil ich Spaß daran habe, herumzukreischen. Leider habe ich noch keine Haare, was nun dazu geführt hat, dass eine große Ähnlichkeit mit meinem Vater nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Der hat zwar jetzt Haare, aber das war eben auch nicht immer so.

    Die letzten Wochen waren ein wenig schwierig, immer wieder gab es Kommunikationsprobleme mit meinen Eltern, weil die dachten, ich will schlafen, obwohl ich Zahnschmerzen hatte oder sie dachten, ich hab Zahnschmerzen, obwohl ich mordsmässigen Hunger hatte. Immer diese Missverständnisse. Ich bin echt froh, wenn ich mich endlich etwas deutlicher artikulieren kann.

    Ich hab gehört, dass in wenigen Wochen schon wieder ein Flug ansteht. Mensch, ich komme rum, was? Diesmal geht es nach Neuseeland, wo auch immer das ist. Aber Mama und Papa sagen, dass es dort sehr schön, grün und vor allem ruhige ist. Da bin ich mal gespannt. Toll ist auch, dass ich erstmal ganz viel Zeit zusammen mit Mama und Papa habe, denn Papa muss endlich nicht mehr mindestens 12 Stunden ins Büro. Also es bleibt spannend in meinem Leben, deshalb schaut bald wieder mal bei mir rein.

    Ach was ich noch vergessen habe: DANKE für die vielen tollen Geschenke, die ich in Deutschland von euch allen bekommen habe. Es gab richtig viele schicke Klamotten und jede Menge Spielzeug und Kuscheltiere. Ich werd echt ganz schön verwöhnt, aber ist ja auch kein Wunder – so niedlich wie ich bin.

    Also Fans, das ist wohl das letzte Mal, dass ich mich aus dem Reich der Mitte melde. Seid gegrüsst und auf ein baldiges Wiedersehen.

    Eure Cara

    30.08.2009

    Liebe Fans, nachdem ich mich bereits 3 Mal für meine Schreibfaulheit entschuldigt habe, macht es eigentlich keinen Sinn mehr, mich ein 4tes Mal dafür zu entschuldigen. Also nehmt es einfach hin, und wer mehr Interesse hat an meinem Dasein als der Durchschnittsbürger, der soll mich einfach fragen. Nicht viele wissen, dass ich bereits vor meiner Geburt eine E-Mail Adresse hatte, die meine Alten genau zu diesem Zweck eingerichtet haben – cara@ostpack.net. Ich kann allerdings nicht versprechen, E-Mails, die an diese Adresse geschickt werden, innerhalb der nächsten sechs Jahre zu beantworten. Wie ihr alle wisst, lerne ich dass Schreiben erst um 2015 herum, und das Lesen so ungefähr zum gleichen Zeitpunkt. Ob ich dann schon in der Lage sein werde,  das Gelesene auch zu verstehen, weiß ich noch nicht. Ich kann ja Mama fragen, oder Papa, wenn der mal zu Hause ist. Wie ihr seht, habe ich schon einige Wahrheiten über’s Leben erfahren müssen. Aber er versucht sein Bestes, und darauf kommt es doch an, oder? So ihr Lieben, ihr fragt euch sicher, wie es mir so ergangen ist in den letzten 2 Monaten. Na prächtig! kann ich da nur rufen. Ich wachse wie bekloppt, und lerne, nach Sachen zu greifen und darauf sabbernd herumzukauen. Kopf heben, Bäuerchen machen und die Windeln explosionsartig zum Überlaufen bringen werden langsam alltägliche Gewohnheiten. Ein paar Dinge allerdings kommen mir merkwürdig vor: Mama nennt mich Presswurst, und Papa nennt mich Erdferkelchen. Warum? Meine Mutter weigert sich leider seit einiger Zeit, mein Gewicht feststellen zu lassen. Mutmaßungen zum Thema geben großen Grund zur Sorge – ÜBERGEWICHT mit einhergehender GLÜCKSGRUNZEREI! Da haben wir den Salat, und eine weitere Wahrheit, in deren häßliches Antlitz ich hoffentlich nicht vor meiner 2024 beginnenden Pubertät schauen muss. So, nun aber genug der Schwätzerei. Fakten her! Ich habe noch keine Haare. Das klingt dramatisch, ist aber weniger schlimm, als es sich anhört. Größter Vorteil – liegt doch auf der Hand – ich behalte einen kühlen Kopf, und bin auch in schwierigsten Situationen Herrin der Lage. In wenigen Wochen muss ich zum ersten Mal ein Flugzeug besteigen. Ich kann nur hoffen, dass mich des Summen der Turbinenluftstrahltriebwerke dauerhaft einlullt, da ich jetzt schon die Windeln voll habe. Aber Trost ist – wie immer – nahe. Meine Alten sehen das noch verkrampfter als ich. Zehn Stunden mit einem schreienden Baby auf dem Arm in einer völlig überfüllten Maschine treiben beiden bereits jetzt den Schweiß auf die Stirn. Mein Papa studiert seit Wochen die Baupläne des Flugzeuges, um im schlimmsten Fall sich und seine kleine Familie in Sicherheit zu bringen. Der schlimmste Fall ist eine Maschine voller Deutscher. Die sind sensibel und mögen weinende Rotzlöffel nicht. Die Chinesen sehen das gelassener. Bei dem Krach, den die machen, können die ihre Kinder gar nicht schreien hören. Drückt mir die Daumen! Vielleicht findet Mami ja noch eine kindertaugliches Betäubungsmittel, oder wir müssen es mit Alkohol versuchen. Hab ich schon erzählt, dass meine Oma mich besucht hat? Das 2te Mal schon, und wieder war’s schön und viel zu kurz. Sie hat mir eine Schaukel mitgebracht, schön in Blau und mit Fischen dran, die Geräusche machen. Oma ist cool, und in vier Wochen hab ich sie wieder! Ansonsten haben wir die vergangenen Monate ziemlich viel herumexperimentiert. Mama hat versucht, mir einen „Schlafrhythmus“ beizubringen, Papa auch. Keine Ahnung, was das soll, aber es ist lustig, die beiden immerzu verzweifelt an meinem Bett zu sehen. Dann lache ich sie an, weil sie mir doch irgendwie leid tun, und dann werden sie noch verzweifelter, weil sie denken, dass irgend etwas nicht mit mir stimmt. Komisch sind die Großen schon. Jetzt machen sie das Radio an, aber nur das Rauschen. Das beruhigt ja, aber doof ist es auch, da ich ja eigentlich lieber Mozart höre, als dieses minimalistische Techno-Rauschen. So, ich bin müde, hungrig und meine Windel ist auch am Bersten. Jetzt brüllen heißt, die volle Dosis elterlicher Zuwendung zu erhalten. Das brauche ich nach der anstrengenden Schreiberei auch. Also auf geht’s und bis später Fans!

    02.07.2009

    Nachdem bei meinen Eltern nun schon diverse Beschwerden eingetrudelt sind, dass ich mich hier gar nicht mehr zu Wort melde, muss ich doch mal mein schlechtes Gewissen beruhigen und euch wieder mit Fotos zuschütten. Ich habe aber eine gute Entschuldigung für meine Abwesenheit, denn ich bin stark mit dem Wachsen und Dickwerden beschäftigt. 4 Wochen nach meiner Geburt konnte ich immerhin schon stolze 4.35kg auf die Waage bringen – sehr zur Zufriedenheit meiner chinesischen Nachbarn.  Ich konnte es auch nicht dulden, dass ich mit meiner Geburtsgrösse von 48.5cm unter dem allgemeinen Durchschnitt liege und kann jetzt stolz berichten, dass ich in 4 Wochen um 6.5cm gewachsen bin und damit alles aufgeholt und nun über dem Durchschnitt liege. Hah, wer will schon unterdurchschnittlich sein? Ehrgeizig bin ich schon jetzt und so kämpfe ich auch jeden Tag gegen die Schwerkraft an und versuche, mein hübsches Köpfchen zu halten. Das klappt meistens schon ganz gut, aber wenn ich grad mal wieder vollgefuttert bin, fällt er doch wieder nach vorn. Aber ich bin ja als Stier auf die Welt gekommen und so ist mir das Durchsetzungsvermögen in die Wiege gelegt worden. Meine Mama hat ja die dumme Idee, dass Babies vorrangig essen und schlafen, naja und ab und an mal in die Windel machen. Da musste ich sie enttäuschen, denn ich will Action. Also mindestens 4-5 Stunden pro Tag brauche ich mein Unterhaltungsprogramm und will bespasst werden. Und einfach so ins Laufgitter ablegen is nicht – da verpass ich ja den ganzen Spass. Rumliegen ist sowieso doof, ich will lieber schon sitzen und inzwischen hat Mama das auch kapiert. Dafür wird sie auch belohnt, indem ich abends gegen 9 schön in meiner schicken Wiege einschlafe, nachdem ich ein schönes warmes Bad und einen leckeren Milchshake erhalten habe und wecke Mama dann erst wieder gegen 2 oder 3. Hab gemerkt, dass es auch mir zugute kommt, wenn meine Ellies etwas Schlaf abbekommen, denn dann haben sie mehr Kraft mich zu unterhalten und durch die Gegend zu tragen.

    Seit neuestem will ich auch was zur allgemeinen Unterhaltung beitragen und brabble richtig viel vor mich hin und ab und an jauchze ich auch mal aus vollem Herzen, zum Beispiel wenn ich die doofe Windel los bin. Dumm ist nur, dass meine Eltern noch nicht richtig verstehen, was ich ihnen sagen will, deshalb hab ich jetzt auch das Lachen entdeckt. Das ist schliesslich eindeutig und es ist so süss zu sehen, wie meine Eltern bei jedem Grinsen und Glucksen völlig aus dem Häuschen sind.

    Letzte Woche war richtig toll, denn da war meine Oma bei uns zu Besuch. Eigentlich wollte sie ja nur noch im Winter herkommen, aber da ich keine Lust hatte, bis zum Winter in Mama’s Bauch zu bleiben, hat sich die Oma dann meinetwegen ihrem Schicksal gefügt. Bisher hab ich Oma ja nur über Skype sehen können, aber so ganz real ist es noch viel toller, eine Oma zu haben. Die hat nämlich ganz viele Geschenke mitgebracht und dann hat sich mich den ganzen Tag durch die Gegend getragen und abgeknuddelt. Es war ja manchmal schon fast zuviel des Guten, denn am Liebsten hätte sie mich gar nicht schlafen gelassen, aber da sie mich so selten sieht, hab ich mal ein Auge zugedrückt. Oma hat dann meine Eltern am Samstag rausgeschmissen, damit die mal alleine was trinken gehen können und das hab ich Nimmersatt dann gleich ausgenutzt und so lange Krach gemacht, bis Oma mir meinen Milchshake aus dem Fläschchen gegeben hat. Das Spielchen haben wir solange gemacht, bis nix mehr von den 3 Fläschchen da war. Oma kann ruhig öfter kommen hihi. Das dachte sie sich wohl auch und hat gleich den nächsten Flieger gebucht, weil sie es vor Sehnsucht nach mir nicht so lange aushalten konnte. Ich bin eben einfach unwiderstehlich. Glaubt ihr nicht? Dann schaut euch doch jetzt die vielen tollen Bilder von mir an und ihr werdet bestimmt vom Gegenteil überzeugt!

    06.06.2009

    Nachdem ich den halben Tag von Mami und Papi durch die Gegend geschoben und anschließend auf die Hollywood-Schaukel zum Schlafen verfrachtet wurde (was ich natürlich zur Freude meiner Eltern tat), finde ich nun etwas Zeit, euch mal wieder ein herzliches „Hallo“ entgegen zu brüllen! Aber lasst mich erst schnell mein Bäuerchen machen… So, also, was ist passiert bisher? Hmm, ich glaube, ich habe die meiste Zeit geschlafen. Und wenn ich nicht geschlafen habe, dann sah ich ganz hinreißend aus und ließ mich fotografieren. Aber auch daran kann ich mich nicht wirklich erinnern. Die Fotos sind toll geworden und stehen auch schon auf den Schreibtischen meiner Eltern und in den zahllosen Schrankwänden meiner Familie. Ich kann auch schon schön lächeln, auch wenn ich das noch nicht so gezielt steuern kann wie die Großen. Haare wachsen mir auch, und wenn ich mir meine Cousinen und Cousins und die anderen Kinder beim skypen so anschaue, habe ich schon eine echte Haarpracht. Aber mit den Locals kann ich nicht mithalten. Die werden mit vollem Haarschmuck auf die Welt geholt. Ja, die Nachbarn interessieren sich auch sehr für mich. Meistens schimpfen sie, oder versuchen, meinen Eltern gute Ratschläge zu geben. Aber Klugscheisser wie meine Eltern gibt’s nur einmal, also lassen die sich nichts erzählen. Gut so! Die Nachbarn denken, ich wäre zu dünn, dabei habe ich schon fast ein Kilo zugenommen, und bin einige Zentimeter gewachsen. Ich gebe mir echt Mühe, wie eines der chinesischen Babies auszusehen, aber eigentlich wollte ich nicht jetzt schon fett werden. Dann bin ich immer zu dünn angezogen, aber glaubt mir – ich schwitze mich bei dieser Hitze dumm und dämlich. Im Gegensatz zu meinen chinesischen Leidensgenossen habe ich nämlich nicht nur am Kopf Schweißdrüsen, deshalb fühlen sich meine Hände und Füße auch immer etwas kühler an. Ihr seht, ich bin schon ganz wie Mami und Papi ein echter deutscher Klugscheisser. Und nein, mir ist nicht kalt und essen tue ich auch genug. Basta und mei wen ti! Hier noch die Bilder, und dann geht’s ab zum Baden und Sandmannträumen.

    26.05.2009

    So meine LIeben, jetzt fängt der Spaß erst richtig an. Nachdem ich ja nun 10 Monate Zeit hatte, mich auf „das Licht der Welt“ vorzubereiten, hab ich dann mal am 19.05. ernst gemacht. Das kam nicht unverhofft, auch wenn die Eile, die ich hatte, etwas unangemessen war. Wie ihr am Bild oben sehen könnt, habe ich es mir schon recht bequem gemacht. Mami und Papi sind auch schon ganz gut erzogen, auch wenn es die ersten Tage nach meinem Umzug ins neue Zuhause einiges an Umerziehungsarbeit zu leisten gab. Ich frage mich wirklich, warum die Großen Nachts so viel Schlaf brauchen? Und überhaupt habe ich täglich mehr Fragen, die ich leider nicht in der gewünschten Form artikulieren kann. Auch wenn Brüllen nicht die geeignete Kommunikationsform ist, um meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen, kriege ich eigentlich immer prompt, was ich verlange. Ich gebe zu, dass ich großen Gefallen am schlafen finde, so dass meine Eltern wenig zu klagen haben. Meistens jedenfalls. Ein Riesenspaß ist es auch, wenn sie meine Windeln gewechselt haben, und ich gleich noch mal muss. Ich habe auch eine echte Meisterschaft im „Weitkacken“ erlangt. Gut, dass die Wandfarben abwaschbar sind.

    Wie gesagt, die Erziehungsarbeit zeigt erste Erfolge, aber da steckt definitiv noch einiges an Arbeit drin. Doof ist, dass meine Eltern anfangen, mich zu durchschauen. Das hat aber auch Vorteile, wie zum Beispiel, dass ich im Bett meiner Eltern schlafen darf. Das ist gut für beide Seiten. Ich kriege meine Kuscheleinheiten, und im Gegenzug lasse ich die beiden ein paar Stunden schlafen. Hab ich gut gemacht, oder? Die Frage ist nur, wie lange dieses Spiel weitergeht? Mami und Papi haben bereits eine Gegenoffensive gestartet, damit ich so gerate, wie die beiden sich das vorstellen. Sie lesen jetzt Bücher zur „KIndererziehung“… Muss ich mehr sagen?

    Habe ich schon von meinem neuen Zuhause erzählt? Ja? Egal, dann halt noch Mal. Also, ich habe drei Betten, zwei Wickelkommoden und mehr Handtücher, als meine ganze Familie zusammen. Mal von den vielen Stramplern ganz zu schweigen. Ätsch! Ich bin nämlich kleiner als meine Cousine Freya, aber meine Eltern dachten, dass ich wenigstens genauso groß werde, und haben mir Sachen in Freyas Größe gekauft. Die darf ich dann in sechs Monaten tragen…  Freya, ich freue mich riesig auf dich! Schick‘ mal Bilder und deine Kleidergröße, in China kostet das alles fast gar nichts. Allerdings kaufen meine Eltern immer gleich so viel, dass die am Ende nix sparen. Auch doof, oder? Die erste Autofahrt fand ich auch spannend, auch wenn ich mich an nichts mehr erinnern kann. Ich kann dann ja mal meine Eltern fragen, wie’s war. Wir sind dann ganz heimlich bei strömendem Regen ins Haus geschlichen, um den ganzen streichelwütigen Omis aus dem Weg zu gehen. Hat geklappt! Ich habe mich von der ersten Minute an wohl gefühlt, und habe absolut kein Bedürfnis, das Haus zu verlassen. Der Kinderwagen rockt, schon, aber wer braucht schon einen Kinderwagen, wenn zwei Erwachsene einen den ganzen Tag auf warmen Händen durch die Gegend tragen? Wenn Mami Bock hat, darf sie’s ja mal probieren. Aber hier ist es eh schon wieder viel zu warm, so dass wir auch noch ein paar Monate mit dem Ausreiten warten können.

    10.05.2009

    Nach einigen stressigen Wochen – Wachstum kann auch nervig sein – mit jeder Menge Besuch finde ich nun endlich mal wieder die Zeit, mich meiner Fangemeinde zu widmen. Ich bin mächtig gewachsen in den vergangenen 1 1/2 Monaten, und bin nun schon am Kofferpacken, da meine Zeit hier am Ablaufen ist. Das ist verdrießlich, aber in keiner Weise ein Grund zur Sorge für mich. Ich habe meine Hebamme kennengelernt – eine kleine chinesische Frau, bei der man sich sofort bestens aufgehoben fühlt, und überhaupt sind meine Eltern hervorragend ausgebildet nach all den Kursen und Videos.

    Unten seht ihr ein schönes Bild – Kathleen, auch die Brillen-Königin genannt, hat uns für zwei Wochen besucht, und mit ihrem Brillen-Fimmel dafür gesorgt, dass Mama eine dritte, und Papa eine fünfte Sonnenbrille ihr eigen nennen können. Ich hoffe sehr, dass ich diese Eigenschaft meiner Eltern erbe, Sonnenbrillen sind nämlich cool! Danke Kathleen, ich freue mich schon riesig, dich mit all den anderen Brillen sehen zu können!

    In der Zwischenzeit kam auch endlich der Kinderwagen an, was ja am Ende mit allerlei Trubel verbunden war und eigentlich eine Geschichte für sich wert ist. Aber hier erstmal ein Bild von dem Rolls Royce, der mich bald durch die Gegend kutschieren wird (einmal mit Babywanne und einmal mit Sportaufsatz). Einen Autositz gibt’s auch noch dazu, und überhaupt wird das richtig cool. Wir haben auch ein Sonnenverdeck, und, was wirklich gut ist, ein „fass-mich-nicht-an-mit-deinen-Wurstfingern“-Wüstensturmschutzverdeck. Die Tanten aus der Nachbarschaft und auch die anderen 500 Millionen Tanten in China lieben es nämlich sehr, Kinder anzufassen. Das ist ja keine schlimme, sondern eher eine gute Sache, aber ich mag erst mal nur von Mami und Papi angefasst werden, bis ich selber entscheiden kann, wer mich noch anfasst.

    Mein Kinderzimmer ist nun auch endlich zu Mami’s und Papi’s Zufriedenheit fertig gestellt. Wollt ihr es mal sehen? Ich finde es echt super schick! Winnie-Pooh darf ja schon länger in meinem Zimmer wohnen, aber der Typ ist schon so lange Teil der Familie, dass ich seine Vorherrschaft mal aktzeptiere. Aber lange hat der keinen Spaß mehr, schließlich bin ich die Erstgeborene. Und mal ehrlich, was macht der eigentlich den ganzen Tag anderes, als sich an seinem Honigtopf festzuhalten. Ich befürchte allerdings, dass meine durchgeknallten Eltern mich irgendwann genau in diesen Honigtopf setzen werden, um mal wieder eines ihrer berüchtigten Fotos zu machen. Das kann ja noch heiter werden…

    Hier noch mal „happy-mami-to-be“. Wir haben echt eine Menge Spaß zusammen, allerdings wird’s hier langsam warm, und ich brauche immer mehr Platz, so dass es ab und an mal kleine Stänkereien gibt, wenn ich meine Knie nicht ordnungsgemäß dort parke, wo sie Mama nicht stören. Da sind Rippen und allerlei andere Dinge, auf die ich, aus Versehen natürlich, immer mal wieder drücke. Schon mal versucht, in einem Porzellanschrank eine Party zu feiern? Ungefähr so ist das: Kein Licht, jede Menge Zeug, was im Weg ist und warm ist es auch noch.

    Meine lieben Eltern sind ja ganz verrückt nach Fotos, auf denen ich noch nicht zu sehen bin. Jedenfalls nicht mein wahres Ich. Also machen sie alle möglichen Dinge, um sich in Pose zu werfen. Heute habe ich gelernt, was High-key Fotos sind – unten seht ihr ein schönes. Letzte Woche haben wir Low-key Fotos gemacht, da war es dann dunkel und auch schön, aber die Bilder sind nicht jugendfrei, also gibt’s die hier nicht zu sehen.

    So meine lieben neugierigen Verwandten und Freunde in spe, die Reise kann nun endlich wirklich beginnen. Ich freue mich sehr auf eure grinsenden Gesichter, auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis wir uns alle mal getroffen haben. Bis gleich im wahren Leben! Eure Cara…

    01.04.2009

    In den letzten Wochen hatte ich wieder viel Zeit, mich ausgiebig dem Nestausbau zu widmen und meine Mama hat meine Fortschritte der letzten Monate mal nebeneinander gestellt für einen besseren Vergleich. Nicht schlecht, oder?

    Ansonsten genießt meine Mama in ihrem Mutterschutz die letzten Wochen Ruhe und ist viel damit beschäftigt, sich halbwegs fit zu halten und macht deshalb komische Verrenkungen beim Yoga oder sie geht zum Elefantenschwimmen – auch Aqua Aerobic genannt. Aber auch ich darf ja nicht zu kurz kommen, deshalb haben meine Mama und ihre Freundin Grace eifrig Bilder für mein Zimmer gemalt. Hier ein erster Eindruck der fantastischen künsterlerischen Leistung der Beiden:

    Zur ersten offiziellen Ausstellung werdet Ihr natürlich eingeladen…

    Am Samstag stand dann der langersehnte Termin zum 3D Ultraschall an, weil meine Eltern es ja gar nicht abwarten können zu sehen, wie ich wohl aussehe. Ich hab mir ja auch die größte Mühe gegeben, wach zu bleiben, aber da ich ein wenig fotoscheu bin, hab ich mich ziemlich gut hinter der Plazenta versteckt. Es gibt nur ein Bild, auf dem mein Gesicht halbwegs zu erkennen ist und das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten – bin ich nicht schon ein hübsches Baby?

    Meine Eltern haben ja aufgrund der guten Gene in Papa’s Familie ein bisschen Angst, das ich ein Riesenbaby werde, aber momentan wiege ich erst 1500g und das ist in der 32. Woche wohl ganz normal und beruhigt die Beiden ein bisschen 😀

    Tja, den Hechelkurs haben wir nun fast überstanden,  mein Zimmer ist hoffentlich nächste Woche fertig, ich liege schon in der richtigen Geburtsposition und bin schon ein Stückchen ins Becken gerutscht – eigentlich kann es bald losgehen, oder? Naja, die nächsten 8 Wochen genieße ich noch die Ruhe und Wärme in Mama’s Bauch, denn ich hab gehört, Shanghai soll ganz schön laut und oft stressig sein. In diesem Sinne mache ich es mir jetzt wieder gemütlich und ruhe mich ein wenig aus, bis es wieder etwas Neues zu berichten gibt.

    06.03.2009

    Mensch, die letzten Wochen waren wieder sehr aufregend für mich und meine Eltern. Auf Druck meiner Cousine und Motivationsworte von Tante Moni hab ich mir richtig Mühe in den letzten Wochen gegeben und das Ergebnis kann sich doch schon sehen lassen, oder? Ende Januar ging es dann für 3 Wochen nach Neuseeland, wo wir eine wunderschön Zeit hatten. So fit wie meine Mama ist, kletterte sie sogar auf einen 2000m hohen Berg hoch, aber ich kann euch sagen, am nächsten Tag waren wir Beide ganz schön k.o.

    Kaum zurück aus dem Urlaub, war es dann auch endlich Zeit für den nächsten Termin beim Frauenarzt. Eigentlich war heute kein Ultraschall geplant, aber da die Tante ja letztens meine Wirbelsäule nicht anschauen konnte, wurde das diesmal nachgeholt. Weil ich ja jetzt schon eine sehr folgsame Tochter bin, hab ich mich auch vorher ordentlich ausgeschlafen und war diesmal putzmunter. Inzwischen bin ich aber so groß, dass Mami und Papi immer nur einen Teil von mir zu sehen kriegen und es wurde auch nur ganz kurz geschaut, da waren wir schon wieder draussen. Nicht mal ein Bildchen gab es. Jetzt haben meine Eltern beschlossen, Ende März einen Termin zum 4D Ultraschall in einem anderen Krankenhaus zu machen, denn da nehmen sie sich richtig Zeit und es gibt dann sogar ein Video von mir. Cool, oder?

    Mama und Papa sind jetzt dabei, mein Kinderzimmer schön zu machen und können es kaum abwarten, dass der Container mit den ganzen Sachen für mich endlich ankokmmt. Im April kommt auch der Andreas zu uns und der bringt dann noch meinen schicken neuen Kinderwagen mit. Richtig viele schöne Sachen zum Anziehen habe ich jetzt auch schon und Mama kann es kaum noch abwarten, die Sachen an mir zu sehen, aber ein bisschen wachsen muss ich erst noch.

    Diese Woche waren wir dann auch zum ersten Mal beim Geburtsvorbereitungskurs. Auf die Hechelübungen freut sich Papa ja schon so lange, aber die kommen wohl erst beim nächsten Mal dran. Ich bin gespannt!

    21.01.2009

    Ich muss mal sagen, dass es echt toll ist, wie alle nur noch an mich denken. Mama’s beste Freundin Kathleen hat ein niedliches Badehandtuch und eine süsse Spieluhr für mich gekauft, die Mami mir jetzt jeden Abend vor dem Einschlafen vorspielt. Sie hofft wohl, dass ich mich später daran erinnere und automatisch weiss, dass es jetzt Schlafenszeit ist. Na mal sehen, ob ich ihr das so einfach mache.

    Auch meine Oma hat an mich gedacht und mir einen kuscheligen Schlafsack gekauft und mein Opa und meine Uroma haben meine schicke neue Wiege gesponsert, vor der Mami jetzt jeden Abend steht und hofft, das ich da bald drin liege. Na 4 Monate muss sie sich schon noch gedulden…

    Mama und Papa sind derweil auch dem Shoppingfieber verfallen, denn der Roland schickt einen Container nach Shanghai und hat noch jede Menge Platz.  Das mussten sie ausnutzen und haben viele Dinge wie ein Laufgitter, Tragetuch, Wickelkommode und viele andere Sachen in Deutschland für mich bestellt. Ich bin schon ganz gespannt…

    Gestern war es auch endlich wieder Zeit, dass Mama und Papa sehen können, wie doll ich schon gewachsen bin und die Tante mit ihrem komischen Gerät hat geschaut, ob auch alles an mir dran ist und alle Organe in Ordnung sind. Das sollte der größte Ultraschall werden, aber ich war noch so k.o. vom Ausbau, dass ich die ganze Aufregung komplett verschlafen habe und mich so richtig zusammen gekugelt habe, dass die Frau Doktor Schwierigkeiten hatte, überhaupt was zu erkennen und es gar keine Bilder gab. Mama und Papa waren sehr enttäuscht, das tat mir dann furchtbar leid. Beim nächsten Termin am 21.2. versuche ich, mich vorher richtig auszuschlafen und mich dann von meiner besten Seite zu zeigen. Hier aber noch ein Beweis für meinen Fleiß – Mama’s Bauch in der 22. Woche:

    01.01.2009

    So, nachdem sich die Großen nun langsam in die ungewohnte Rolle des Vater- und Mutterwerdens eingewöhnen, haben sie nun auch endlich Zeit, über so schöne Dinge wie „welcher Kinderwagen soll’s denn sein?“ oder „welches Mobile wird unserer Kleinen wohl am besten gefallen?“ nachzudenken und zu diskutieren. Welche Windel es sein soll, stand sehr schnell  fest, aber das werde ich hier nicht verraten. Wer redet schon gern darüber, dass er  bald in die Windeln machen muss?

    Ich habe in dieser Woche beschlossen, als Weihnachtsgeschenk sozusagen, meiner Mutter schon mal etwas Freude zu bereiten, indem ich sie kitzele. Das ist  anstrengend für mich, aber ihr  Kichern ist es wert. Nachdem, was ich so mitkriege, bin ich nun schon über 20 cm  groß, und, um das nun endlich mal auszusprechen, ich werde ein Mädchen. Das  war ja auch der Wunsch meiner Eltern, die sogar schon einen schönen Namen für  mich haben. Tut mir leid für Papi, er hatte ’nen ziemlich coolen Namen  ausgewählt, für den Fall, dass ich mich  entscheide, eines meiner primären  Geschlechtsmerkmale deutlich sichtbar vor  die Ultraschallkamera zu hängen. Da  war dann aber nix. Sorry Papa!

    Ich wachse also, das bedeutet auch, dass Mamas Bauch wächst. 19. WocheWir haben in   dieser Woche erfahren, dass meine   Cousine Freya, die am 28.12.2008 das   Licht der Welt erblickte, satte 5300   Gramm auf die Waage bringt, 61 cm groß  ist,  und wahrscheinlich schon fließend französisch spricht. Ich will  ja  nicht sagen, dass ich neidisch bin, aber ein bissl unter Druck  stehe  ich schon, dass  noch  zu  toppen. Meine Tante hatte echt zu tun. Freu mich schon, diesen Teil der Familie  kennen-zulernen.  Also,  Mamas  Bauch wächst, und wir waren letzte Woche in  Hongkong,   zum  Klamotten shoppen. Ja, ich komme echt rum in  der   Weltgeschichte.  Aber ihr glaubt nicht, wie anstrengend das  sein  kann. Zuguterletzt jedoch ist Mama nun glücklich, dass sie  endlich  wieder was zum  anziehen hat. Und sie sieht klasse aus in ihrem neuen Outfit. Hab  halt ’ne schicke Mama. Und der Papa erst…

    Zum Schluss noch die neuesten Bilder von mir. Mami und Papi sagen, ich seh ein bisschen aus wie ein Alien. Was sie damit wohl meinen?

    08.12.2008

    Ich habe mich ganz heimlich Anfang September 2008 bei Mami im Bauch eingeschlichen, denn Anfangs wusste sie ja gar nichts von mir aber das sollte sich bald ändern.

    Schon kurze Zeit später bemerkte Mami dass irgendwie alles anders war als sonst. Das monatliche Theater blieb aus, und Mami hatte gehofft, dass sie endlich einen Untermieter im Bauch hatte. Sie konnte es kaum abwarten, einen Schwangerschaftstest zu machen, aber ich wollte Mami noch ein bisschen zappeln lassen und hab mich erstmal versteckt und deshalb war der Test negativ. Kurz danach sind Mami und Papi in den Urlaub nach Borneo gefahren und Mami wunderte sich jeden Tag mehr, aber an mich glauben wollte sie nicht wirklich. Da Mami und Papi am nächsten Tag zum Tauchen wollten, haben sie sicherheitshalber nochmal einen Test gemacht. Tauchen mag ich überhaupt nicht, deshalb hab ich beschlossen, meine Eltern nicht länger zu ärgern und hab mich am 30. September zu erkennen gegeben.Ab diesem Zeitpunkt wussten Mami und Papi also, dass sie einen Untermieter in Mamis Bauch hatten und waren überglücklich. Gut, dass ich mich nicht länger versteckt habe. Trotzdem konnten meine Eltern ihr Glück noch nicht so richtig fassen und wollten erst noch den ersten Arztbesuch abwarten. Am 11.10.2008 war es dann endlich soweit und Mama hatte ihren ersten Arztbesuch mit mir. Papi konnte leider nicht mitkommen, denn er hatte ein Teambuilding, das er nicht mehr verschieben konnte. Mami hatte ein bisschen Angst dass nicht alles in Ordnung sein könnte, denn sie hatte seit Tagen immer ein starkes Ziehen in der rechten Leistengegend. Die Ärztin hat dann mit so einer Art Kamera nach mir gesucht und mich auch auf Anhieb gefunden: Wunderbar genau dort wo ich sein sollte. Die Ärztin sagt Mami noch, dass sie mich vermutlich am 31.Mai 2009 das erste Mal in den Arm nehmen kann. Bin schon ganz gespannt, wie meine Mama von aussen aussieht, aber noch ist es hier drinnen so kuschelig warm. Und auf einmal sah Mami auf dem Bildschirm was ganz Besonderes: Sie sah nicht nur meine Fruchtblase sondern auch schon mein kleines Herzchen arbeiten! Ich war zwar ganz, ganz miniklein (erst 1cm), aber mein Herzchen schlug schon ganz aufgeregt. Hier das erste Foto von mir, als ich gerade mal 7 Wochen alt war: Anschliessend wollte die Ärztin noch jede Menge von Mamis Blut haben, damit sie das auf irgendwelche Probleme untersuchen können. Nachdem ich Mami und Papi am Anfang so geärgert habe, wollte ich das jetzt wieder gut machen und hab Mami mit irgendwelchen Schwangerschaftswehwehchen in Ruhe gelassen. Aber irgendwie war ihr das auch nicht recht. Ständig hatte sie Angst, dass es mir nicht gut geht, weil ihr überhaupt nicht übel war und sie keinerlei (Fr)Essattacken hatte – Frauchen sind schon merkwürdige Wesen. Nur die ständige Müdigkeit konnte ich Mami nicht ersparen, denn ich bin schliesslich gerade ganz stark am wachsen und brauche mindestens 12 Stunden Nachtruhe. Die Ärztin hat Mami gesagt, dass sie wiederkommen soll, wenn die 12. Woche vorbei ist, weil dann das Risiko, dass ich mich wieder aus dem Staub machen würde, danach sehr gering ist. Nee, nee, bei Mami ist so schön kuschelig, dass ich lieber hier bleibe. Aber so ein neues Foto hätte schon was, oder? Am 15. November konnte Papi diesmal auch mitkommen. Die Ärztin hat wieder mit dieser komischen Kamera auf Mamis Bauch rumgefummelt und da ich jetzt so gross bin, war ich auch überhaupt nicht zu übersehen. Inzwischen bin ich schon ganze 5,3cm gross und Mami und Papi sind ganz stolz. Um ihnen zu zeigen, dass ich mich auch ganz doll auf sie freue, hüpfe ich fröhlich in Mamis Bauch auf und ab. Die Ärztin hat gesagt, dass ich wohl ein sehr grosses Baby werde mit langen Beinen – ganz der Papa. Diesmal konnte man schon richtig viel von mir erkennen und die Ärztin hat ganz genau gezeigt, das alles dran ist. Dann hat sie noch die Nackenfalte vermessen, um zu schauen, ob Gefahr für das Down-Syndrom besteht, aber es ist alles in Ordnung mit mir. Auf weitere Voruntersuchungen haben Mami und Papi dann verzichtet. Gut so, dann kann ich wieder in Ruhe weiterschlafen. Mami ist jetzt ganz erleichtert, dass mir nicht mehr viel passieren kann und sie endlich jedem erzählen kann, dass ich bald da bin. Naja, meiner Oma und meinem Opa hab ich schon heimlich eine Karte geschrieben und mich angekündigt, denn die haben schon so lange darauf gewartet. Da ich jetzt weiter wachse, wird es mir langsam ein bisschen eng in Mamis Bauch. Ich muss mich wohl an die Arbeit machen und mein Nest ein wenig ausbauen. Anfangs hat sich Mami riesig gefreut, wenn meine Höhle schon grösser geworden ist, aber nachdem sie jetzt kaum noch in ihre Sachen reinpasst, hat sie mit mir geschimpft und gesagt, dass ich etwas langsamer wachsen soll. Frauen kann man es wirklich nie recht machen. Hier mal zum Vergleich meine Höhle Mitte der 14. Woche und Anfang der 16. Woche. Ich war ganz schön fleissig, oder? Ich bin schon gespannt, wie gross ich beim nächsten Termin am 24.12. bin. Als Weihnachtsgeschenk zeige ich Mami und Papi dann vielleicht, ob ich ein Junge oder ein Mädchen bin. Meine Oma ist dann auch zu Besuch und darf mich mal in Mamis Bauch bewundern.